AIRcollege mit skybanani im März 2010

Anfang März ging es zum AIRcollege mit Markus "skybanani" Fiedler ins Vinschgau bei Mals am Watles.

Hotel Watles Unterkunft: Hotel Watles, ein Traum. 5-Gänge-Menü vom allerfeinsten durch den Hausherrn Georg, ebenfalls Gleitschirmflieger sowie Gaisbock-Instructor und Hüttenführer. Im Vergleich zum bürgerlichen 3-Gänge-Menü vom Tulperhof in Lüsen war man aber nach den 5-Gängen im Hotel Watles einfach nur satt und nicht übersättigt. Außerdem hat das Hotel Watles, neben dem hauseigenen Startplatz nebenan, einen kleinen Wellnessbereich mit 2 Saunen, 1 Dampfbad und 1 Außenwhirlpool mit Blick auf das Vinschgautal zu bieten.

Freitag: Anreise mit dem Auto über Reschenpass. Am Reschensee waren ein bei Kitesurfer unterwegs und wie sich später feststellen sollte, war das eher schlechtes Zeichen. Es war nämlich Nordföhn und ans Fliegen am Watles gar nicht zu denken. Also haben wir am Freitag Nachmittag erst nochmal die Ausrüstung gecheckt und das Gurtzeug eingestellt.
Samstag: Gleich nach dem Aufstehen gesehen: dichter Nebel und so dicht, dass es eher nicht nach "Aufreisen" ausgesehen hat. Um 10:30 Uhr haben wir uns dann einfach die Ski geschnappt und sind am Watles bei eisigen -8°C Ski gefahren. Obwohl ich ja große Skigebiete gewohnt bin, hat dieses kleine mit seinen gerade mal zwei 4er-Sesselbahnen - für den einen Tag zumindest - riesen Spass gemacht.
Start in Sulden am Ortler Sonntag: Nachdem Frühstück stand fest, am Watles geht es auf Grund des weiterhin anhaltenden starken Nordwinds nicht zu Fliegen. Georg hatte aber einen Tipp für uns: Sulden am Ortler. Naja da sind wir halt dann hingefahren und eigentlich nicht viel erwartet. Mit einem 2er-Sessellift gings ca 500m bergauf. Dann sind wir nochmal 50m bergauf gelaufen und haben im Tiefschnee - bis zu den Knien - unsere Schirme ausgelegt und sind gestartet. Gleich nach dem Start bin ich völlig unerwartet in einen "Bart" reingeflogen und habe gleich mal 450m aufgedreht (siehe Meine GPS Logs den Flug 20100307122205). Wir waren begeistern: kleines Seitental, vom Nordwind geschützt und trotz des verschneiten Tals bereits super Thermik. Nach einen ruhigen Abgleiter gings gleich nochmal rauf, wieder ca 400m aufgedreht, also genug Höhe um gleich mal das Manöver "Ohren wingen" durchzuführen, hei was für ein Spass :-) Der Tag hat sich echt gelohnt.
Montag: Dasselbe wie am Sonntag, nur war die Thermik in Sulden diesmal nicht so stark, was ich dann aber für die Manöver "Nicken" und "Rollen" genutzt habe.
Gaisbock Dienstag: Nach dem Frühstück stand dieses Mal um 9:30 Gaisbockfahren mit Georg auf dem Programm. Wir die Gleitschirmtruppe waren die einzigen die sich angemeldet haben. Gaisbock ist ein kurzer Carver (ca 80-100cm) mit einem Sitz. Nach der ersten Abfahrt hatten wir dann schon 20% Ausfall. Georg meinte die Piste, die echt super präpariert war - zumindest fürs Skifahren -, für Gaisbockfahren viel zu schnell ist. Hab Spasseshalber eine Fahrt mit meinem XDA Orbit aufgenommen, naja mit 50km/h gings da bergab :-) Markus hat sich ja gar nicht mehr eingekriegt. So sind wir (Georg, Markus, Marco und ich) dann bis ganz nach oben. Dort haben wir gesehen, dass der Wind am Startplatz schön anliegt. Eva, die mittlerweile wie am Hotel war, hatte mit Markus gefunkt und bestätigt, dass am Landeplatz fast kein Wind. Na das waren doch optimale Bedingungen fürs Gleitschirmfliegen. Wir sind mit Karacho auf den Gaisböcken ins Tal, zum Hotel, Ausrüstung geschnappt, zurück zum Lift und bis ganz hoch. Markus ist dann erstmal vorgeflogen und hat uns während seines Fluges über Funk über die aktuellen Bedingungen unterrichtet. Nach ein paar Startabbrüchen von Boris, der Wind am Start wurde zunehmenst bockiger, bin ich raus und dieselbe Linie wie Markus geflogen. Bin so grad noch über den Wald vom Hotel Watles gekommen und hab mich dann auf die Suche nach einem Bart begeben. Zunächst ging es jedoch weiter abwärts bis weiter unter dem Hotel, ich hatte mich eigentlich schon fast mit der Landung abgefunden. Dann habe ich aber was gespürt: ein Bart. Kreise gedreht, Abrisskante entlang geflogen, nächsten Bart durchquert. Letztendlich habe ich mich so wieder auf die Höhe vom Hotel arbeiten können. Von dort gab Markus über Funk mir die Anweisung eine Talquerung, sprich zum nächsten Berg zu fliegen. An dem Berghang angekommen, hatte ich dann leider nur noch Nullschieber und bin ein paar flache Hangachter geflogen. Irgendwann, so nach 50 Minuten Flugzeit, hab ich mich dann aber zur Landung entschlossen (siehe Video unten). Vom Landeplatz haben Markus und ich uns dann noch Boris und Marco in der Luft angeschaut, die wahnsinnig hoch über den Wald gekommen sind. Boris hat dann noch einen Frontklapper kassiert.
Mittwoch: Vormittags gab es ein kleines Fenster um direkt vom Startplatz des Hotels aus zu starten. Ich bin nicht geflogen, habe dafür aber für Boris und Marco mit der 450d eine kleine Startsequenz gemacht.
Donnerstag: Da ging gar nix: ganztägig eine dichte Nebelsuppe.
Klappertraining Freitag: Der Nordwind hatte wieder zugenommen, also ging es ein letzte Mal nach Sulden. Da habe ich dann, nach erneuten Aufdrehen auf 2800 Meter das Manöver "50% Klapper" trainiert.
Samstag: Rückreise nach einer tollen unvergesslichen Woche, auch wenn das Wetter nicht optimal mitgespielt hat: nicht zu vergessen, sogar in Venedig hat es geschneit!

Herzlichen Dank geht nochmals an Eva und Markus für die wunderschöne Betreuung und Gestaltung der nichtfliegerischen Zeit, sowie an meine zwei Gleitschirmkollegen Boris und Marco.

PS: Wie üblich habe ich auch meine Flüge dokumentiert, dieses mal aber nicht mit meinem XDA Orbit sondern mit meinem neuen IQ Basic GPS Variometer. Das Log gibt es aber weiterhin für Google Earth in der Rubrik "Meine GPS Logs".

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